Der Breuberg-Bund im Spiegel der Presse

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Odenwälder Echo, 5.10.11, S. 11

Neues über Grabungen zu altem Gemäuer

Breuberg-Bund: Vielfalt spricht die unterschiedlichen Interessen der Geschichts- und Heimatforscher in Neustadt an

 

NEUSTADT. „Es ist die Vielfalt, die die unterschiedlichsten Interessen der Geschichts- und Heimatforscher anspricht, die immer wieder ein breites Publikum zur Neustädter Tagung zieht“, so der Vorsitzende des Breuberg-Bundes Winfried Wackerfuß in der Bewertung des jüngsten dieser regionalhistorischen Foren in der Breuberghalle. Methoden der Geschichtsforschung sowie Recherchen und Dokumentationen zu einzelnen historischen Orten und Personen aus dem Odenwald und seinen Randlandschaften lieferten Themen zu den wissenschaftlichen Betrachtungen.

 

Kunsthistoriker Benno Lehmann stellte Wirken und Werken des Malers Heinrich Kopp vor. Der Künstler wurde 1869 in Reinheim geboren und siedelte später nach Halle um, wo er 1922 starb. Zwar finde der Maler im „Lexikon für bildende Künstler“ Erwähnung, so Lehmann, eine intensive Auseinandersetzung mit seinem vielfältigen Schaffen sei jetzt erst erfolgt. Lehmann, selbst Sammler von Werken Kopps, hat sich akribisch mit dessen unterschiedlichen Schaffensphasen und Techniken auseinander gesetzt. In Nachlasssammlungen sind nur jene Bilder vorhanden, die nicht verkauft wurden.

 

Weitere Themen der Herbsttagung waren „Vom Luftbild über das Bodenradar zum Laserscanning“. Claus Bergmann vom Hessischen Amt für archäologische Denkmalpflege erläuterte das moderne Airborne-Laserscanning, mit dem auch in waldreichen Gebieten wie dem Odenwald aus der Luft heraus Veränderungen in der Bodenstruktur wahrnehmbar sind. Mit historischen Vorurteilen, in denen der Spessart entgegengesetzt zum Odenwald, als Waldlandschaft mit gottverlassenen Dörfern dargestellt wird, räumte Gerrit Himmelsbach aus Aschaffenburg auf.

 

Spessart profitierte einst von seinen Rohstoffen

 

Die Wissenschaftlerin von der Universität Würzburg beschrieb das Nachbargebiet als Wohlstandsregion des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Glasherstellung und Rohstoffreservoir hätten dies ermöglicht. Zwar sei dem Odenwald wegen dem Bezug zum Kloster Lorsch oder wegen der Einhardsbasilika in Michelstadt historisch mehr Aufmerksamkeit gewidmet worden, der Spessart habe aber wegen der Rohstoffe Geschichte geschrieben. Mit der Kellermeisterordnung des Klosters Amorbach von 1597 beschrieb Bernd Fischer (Buchen) das Leben und die Aufgaben der Kellermeister der Benediktinerabtei. Von dem Entlohnen der Klosterbediensteten, Fronarbeiter und Tagelöhner über Einkäufe bis nach Frankfurt bis hin zum Erheben der Marktzölle der Stadt Amorbach zeugte sein Bericht.

 

„Erst Burg, dann Kirche“, unter diesem Titel belichtete Archäologe Harald Rosmanitz (Partenstein) den Gotthardsberg näher. Das Vorjahr und auch dieses standen ganz im Zeichen der Forschungen dort, nachdem seit inzwischen sieben Jahren das Archäologische Spessartprojekt mit Forschungsgrabungen Burgen im Spessart und im Odenwald genauer unter die Lupe nimmt.

 

Der Referent stellte die Grabungsberichte einer zwischen Amorbach und Weilbach gelegenen Kirche vor. Professor Friedrich Battenberg (Darmstadt) referierte über Südhessen von 1806 bis 1815 unter Napoleon. Ziel war es, das Wirken des Rheinbundes zu beleuchten.

 

Anders als oft dargestellt sei der Rheinbund nicht als Handlanger Napoleons zu werten. Vielmehr habe der Bund überlebten Strukturen gesellschaftliche Reformen entgegengesetzt, wie die Bauernbefreiung, mehr religiöse Toleranz und Emanzipation der jüdischen Mitbürger. Auch Verwaltung und Justiz haben damals Modernisierung erfahren, erklärte Battenberg.

 

Exkursionen zählten auch in diesem Jahr zum interessanten Angebot des Breuberg-Bundes, etwa eine Fahrt zum Kloster Lorsch und ein Besuch im Freilichtmuseum Hessenpark sowie im Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg.

 

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Odenwälder Echo, 20.9.11, S. 9

Von Kellermeistern und Laserscanning

Breuberg-Bund: Die „Neustädter Tagung“ erläutert interessante geschichtliche Themen

 

NEUSTADT. Geschichtsinteressierte sind bei der „Neustädter Tagung“ des Breuberg-Bundes am Freitag und Samstag (23./ 24.) in der Breuberghalle willkommen. Am Freitagnachmittag nach der Eröffnung um 15 Uhr spricht Claus Bergmann vom Hessischen Landesamt für archäologische Denkmalpflege zum Thema „Vom Luftbild über das Bodenradar zum Laserscanning“ über neue Methoden bei der Prospektion archäologischer Denkmäler im Gelände. „Wirtschaftsgeschichte in einer Einöde – Die Entdeckung der Kulturlandschaft Spessart“ heißt es um 16.30 Uhr, wenn Gerrit Himmelsbach von der Universität Würzburg ans Rednerpult tritt. Wie der Kellermeister der Benediktinerabtei Amorbach im Jahr 1597 zu wirtschaften hatte, erläutert Bernd Fischer (Buchen) um 17.30 Uhr.

 

Den Auftakt am Samstag macht um 9 Uhr der Archäologe Harald Rosmanitz mit seinem Beitrag „Erst Burg, dann Kirche – Die archäologische Untersuchung des Gotthardsberges“ bei Amorbach. „Hessen im Rheinbund – Die napoleonischen Jahre 1806 bis 1815“ ist um 10 Uhr Thema von Archivdirektor Professor Friedrich Battenberg (Darmstadt). Um 11 Uhr geht es um das Leben und Werk des Malers Heinrich Kopp (Reinheim und Halle/Saale), das der Kunsthistoriker Benno Lehmann aus Mannheim aufzeigt. Am Samstagnachmittag folgt eine Kurzexkursion nach Lorsch, für die eine Gebühr erhoben wird. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor der Königshalle des Klosters Lorsch.

 

Die Ganztagesfahrt am Sonntag in den Hessenpark und zur Saalburg ist den Mitgliedern des Breuberg-Bundes vorbehalten.

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Odenwälder Echo, 9.9.11, S. 4

Verdienstorden für drei besonders Engagierte

 

Ausgezeichnet: Udo Forster, Doris Kappler und Winfried Wackerfuß (von links) erhielten gestern von Ministerpräsident Volker Bouffier (rechts) den Hessischen Verdienstorden am Bande.

Foto: Karl-Heinz Köppner

 

Premiere in Heppenheim: Beim ersten Bürgerempfang des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) wurden am Donnerstagabend 180 ehrenamtlich tätige Menschen aus Südhessen geehrt. Bouffier dankte während der Feier im Festsaal des Hotels „Halber Mond“ für das bürgerliche Engagement und forderte die Anwesenden auf, sich angesichts einer immer älter und anonymer werdenden Gesellschaft auch in Zukunft für das Gemeinwohl einzusetzen. Eine besondere Ehrung ging an die Darmstädterin Doris Kappler, Winfried Wackerfuß aus Groß-Bieberau und Udo Forster aus Dreieich: Sie erhielten aus der Hand des Ministerpräsidenten den Hessischen Verdienstorden am Bande. Doris Kappler ist Gründerin der „Darmstädter Tafel“ und hat sich unter anderem für die Erhaltung des Hochzeitsturms in Darmstadt eingesetzt, Winfried Wackerfuß engagiert sich seit Jahrzehnten für die Heimatgeschichte im Landkreis Darmstadt-Dieburg und hat sich um Schloss Lichtenberg verdient gemacht. Udo Forster bemüht sich um die Förderung von Malern in Dreieich und Frankfurt und hat unter anderem ein Lexikon mit 7000 Kurzbiografien von Künstlern, Wissenschaftlern, Autoren und Geistlichen der Region verfasst.

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Odenwälder Echo, 23.7.11, S. 15

Ein US-Deserteur am Neckar

Historisches -
Zeitschrift behandelt Prozess gegen amerikanischen Fahnenflüchtling

 

ODENWALDKREIS. Mit der „Geschichte der Herrschaft Habitzheim“ befasst sich der einleitende Aufsatz der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Der Odenwald“. Verfasser war der erste hauptamtlich angestellte Leiter des Archivs der Fürsten von Löwenstein, Alexander Kaufmann (1817-1893). Dies teilte der Breuberg-Bund in einer Pressenotiz mit. Der Text liegt als Handschrift im Archiv in Wertheim und wurde vom Herausgeber dieser Zeitschrift, Winfried Wackerfuß, für den Druck überarbeitet, mit einer Einleitung sowie mit Abbildungen und zwei Karten des Amtes Habitzheim versehen.

 

Für sehr viel Aufsehen in der deutschen und amerikanischen Öffentlichkeit sorgte „der amerikanische Fahnenflüchtling Grover Cleveland Bergdoll“ 1920 durch seine Flucht nach Deutschland und seinen Aufenthalt in Eberbach am Neckar. Sebastian Parzer beschreibt diese abenteuerliche Flucht des Deserteurs, in deren Verlauf es zu Kidnappingsmethoden und Schusswechseln in einem Hotel in Eberbach am Neckar mit tödlichem Ausgang kam. Über den Prozess gegen den amerikanischen Millionärssohn vor dem Schöffengericht in Mosbach berichtete unter anderem außer der New York Times auch die Washington Post.

 

Das wieder mit zahlreichen Abbildungen, Fotos, Zeichnungen und Karten ausgestattete Heft enthält des weiteren Beiträge von Peter W. Sattler, „Die steinerne Hacke – Irrungen und Wirrungen um ein beschädigtes Sühnekreuz zwischen Heddesbach und Unter-Schönmattenwag im Ulfenbachtal“ sowie Karl Friedrich Azzola, „Gütersteine in Erfelden und Wolfskehlen im Kreis Groß-Gerau“.

 

Hinzu kommen Bildbeschreibungen in der Rubrik, der Odenwald in alten Fotografien: „Das Steinbrecherdorf Dossenheim an der badischen Bergstraße zu Beginn des 20. Jahrhunderts“. Der sogenannte Lesefund: „Die Verpachtung des ehemaligen Hirschhorner Eisenhammers 1845“, mitgeteilt von H. Rittersberger, sowie Buchhinweise beschließen dieses neue Heft der periodischen Zeitschrift.

 

Diese Ausgabe zwei des 58. Jahrgangs der Zeitschrift „Der Odenwald“ ist über die Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes, Ernst-Ludwig-Straße 2 bis 4 in 64747 Breuberg oder den Buchhandel sowie über das Internet unter www.breubergbund.de zu beziehen, wo auch weitere Auskünfte zu erhalten sind; Preis: fünf Euro.

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Odenwälder Echo, 5.7.11, S. 11

Aufschlussreiches in Michelstadt

Breuberg-Bund - Kurztagung informiert über die Odenwaldstadt und ihre Geschichte – Gleich mehrere kompetente Referenten geben dem Besuch Stellenwert

 

MICHELSTADT. Von seiner 49. Kurztagung berichtet der Breuberg-Bund aus Michelstadt. Wie Vorsitzender Winfried Wackerfuß bei seiner Begrüßung ausführte, gehören solche Tagungen an jeweils wechselnden geschichtsträchtigen Orten des Odenwalds und seiner benachbarten Gebiete seit fast 50 Jahren zu den zentralen Aufgaben der Organisation.

 

Ziel auch dieses Treffens in Michelstadt sei es, einen Einblick in die historischen, kunstgeschichtlichen und topographischen Gegebenheiten sowie die jüngeren Entwicklungen vor Ort zu vermitteln.

 

Bürgermeister Stephan Kelbert gab im Saal des historischen Rathauses nach Bemerkungen zu seinem persönlichen Weg auf den Michelstädter Verwaltungschefposten einen Einblick in die Neuzeit mit „Michelstadt heute“. Gerald Wassum führte mit einem Referat in die Geschichte der Stadt von den ersten Zeugnissen aus der Römerzeit bis hin zur Neuzeit ein.

 

Informationen über wertvolle Bauten

 

Unter Führung von Heinz-Otto Haag schloss sich ein Rundgang durch die Altstadt an. Vom Rathaus von 1484 ging’s über Marktplatz, Diebsturm und Kellereigarten in den Kellereihof. Dort stellte Haag die einzelnen Bauten wie Amtshaus, Zehntscheuer oder Hauptbau vor. Ein Stehempfang der Stadt Michelstadt schloss sich vor dem in den Hauptbau integrierten Torturmstumpf von 1445 an.

 

Um die Aufarbeitung der Jahre 1933 bis 1945

 

Am Nachmittag gab Werner König an und in der ehemaligen Synagoge an der Mauerstraße bauhistorische und kunstgeschichtliche Erläuterungen, welche er mit Vertiefungen in die oft leidvolle Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinde zu Michelstadt unterlegte.

 

Besonders beeindruckte König mit seinen Schilderungen zu den Versuchen einer Aufarbeitung der Zeit von 1933 bis 1945 in den frühen Nachkriegsjahren. Die Nicolaus-Matz-Bibliothek, die heute in der ehemaligen Thurn-und-Taxis-Scheune in der Altstadt untergebrachte Kirchenbibliothek, war ein weiterer Besichtigungspunkt der Besuchergruppe. Dort gab Erwin Müller den Teilnehmern Erläuterungen zur Person des Bibliothekgründers Matz, eines gebürtigen Michelstädters, Rektor der Universität Freiburg und Domherr zu Speyer. Auch dessen Spende von 117 Büchern im Jahr 1499 war dabei Thema.

 

Mit einem Blick in Raritäten aus dem heutigen Bestand von etwa 3000 Bänden schloss die informative Tagung, die nicht nur für von weither Angereiste neue Eindrücke und Erkenntnisse brachte.

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Echo-Online, 21.4.11 und Odenwälder Echo, 26.4.11, S. 11

Interessante Einblicke in die Historie - Als die Zarensöhne auf Eseln geritten kamen

Heimatgeschichte:
Neue Ausgabe der Zeitschrift "Der Odenwald"
 

ODENWALDKREIS. Mit bedeutenden archäologischen Funden aus dem südwestlich von Weinheim gelegenen Heddesheim, die nach einer zufälligen Bergung beim Hausbau lange in Privatbesitz verblieben waren, befasst sich Einhard Kemmet in der Zeitschrift „Der Odenwald“. Wie die Überschrift „Die erste Christin aus dem merowingischen Reihengräberfriedhof von Heddesheim“ schon andeutet, erhält der Fund seine besondere Bedeutung von einer Brakteatfibel aus dem späten 7. bis frühen 8. Jahrhundert. Auf ihr ist ein Vogel dargestellt, der mit seinem Schnabel auf ein Kreuz tippt. Diesem Fund ist der einleitende Aufsatz der Ausgabe 1/2011 gewidmet, die vom Breuberg-Bund herausgegeben wird.

Vom kürzlich verstorbenen Heinz Bormuth stammt der Beitrag „Der Felsberg im Odenwald“, der die Geschichte der Nutzung des Felsbergs mit seinen zahlreichen Felsenmeeren beziehungsweise Blockmeeren zum Gegenstand hat. Herausgestellt wird dabei der Steinabbau schon seit der Römerzeit (das Pendant zur sogenannten Riesensäule im Felsenmeer liegt heute noch vor dem Trierer Dom). Ferner geht es um die Bedeutung des Felsbergs als Zankapfel um die Weiderechte in seinen Wäldern. Außerdem ist er ein Berg, auf dem im hohen Mittelalter wichtige Grenzen verliefen. Des Weiteren geht der Autor auf das schon früh einsetzende Interesse der Wissenschaft sowie die Besuche prominenter Ausflügler ein, wie zum Beispiel die Söhne des Zaren, die mit Kindern der Battenbergfamilie auf Eseln von Jugenheim zum Felsenmeer geritten waren.

Über die „Herkunft der Waldenser von Rohrbach, Wembach und Hahn“ schreibt Brigitte Köhler, die derzeit wohl beste Kennerin der Geschichte dieser französischen Glaubensflüchtlinge, die sich als kleine französische Bauernrepublik 1699 innerhalb der lutherischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt im vorderen Odenwald angesiedelt hat.

Weitere Beiträge sind: Gerald Wassum, „Michelstadt – Kirche und Pfarrhaus 1841“; Horst Rauch, „Das Reinhalten der Ortsbrunnen in der Gemeinde Ober-Klingen – Eine Verordnung des Landratsbezirks Breuberg von 1846“. Der Lesefund „Versteigerung auf dem Hardhof bei Rai-Breitenbach 1863“ und Buch- und Tagungshinweise des Breuberg-Bundes beschließen diese neue Ausgabe.

Bezugsquellen:
Die Zeitschrift „Der Odenwald“ ist über die Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes, Ernst-Ludwig-Straße 2-4, den Buchhandel und über das Internet unter www.breuberg-bund.de zu beziehen. Seit Kurzem besteht unter „Publikationen“ die Möglichkeit, in über 1700 Fundstellenverweisen zu den Heften „Der Odenwald“ für die Jahrgänge 1953 bis 2003 zu recherchieren.

Odenwälder Echo, 29.12.10, S. 14

Inspiriert von Ballonfahrt und Reformbewegung

Breuberg-Bund -
Zeitschrift "Der Odenwald" berichtet über Papiermacher, Maler und das Holzrücken per Schlitten
 

BREUBERG. Das Jubiläum zur 225. Wiederkehr der ersten Ballonreise in Deutschland am 3. Oktober 1785 durch den Franzosen Jean-Pièrre Blanchard nimmt der Papierforscher Heinz Reitz zum Anlass, sich in der neuen Ausgabe der Breubergbund-Zeitschrift „Der Odenwald“ mit den „Ballon-Wasserzeichen aus dem Odenwald“ zu befassen. Die Verwirklichung des uralten Traumes vom Fliegen war seinerzeit eine Sensation, bewegte die Menschen sehr.

Diese Ereignisse inspirierten damals auch den Papiermacher Ludwig Wendel Illig (Elmshausen/Kreis Bergstraße), ein entsprechendes Wasserzeichen - sozusagen als Firmenlogo - für seine Papierproduktion anzufertigen. Papiermacher in Unter-Schönmattenwag, Aschbach bei Wald-Michelbach, Ober-Finkenbach und Mosbach in Baden folgten ihm. Ihre Wasserzeichen auf Papierbögen werden in diesem Beitrag von Heinz Reitz in exzellenten Abbildungen präsentiert. Ein Ballon-Wasserzeichen des Papiermachers Illig aus den Beständen des „Deutschen Buch- und Schriftmuseums“ in Leipzig ziert auch die Titelseite des neuen Heftes.

In einem weiteren Beitrag der aktuellen Ausgabe der vom Breubergbund herausgegebenen Zeitschrift beschäftigt sich Jutta Reisinger-Weber unter dem Titel „Johannes Lippmann (1858-1935) - Maler des Odenwaldes und seiner Menschen“ mit diesem bekannten Maler, Lithographen und Zeichner. Lippmann war bereits zu Lebzeiten mit dem Büchnerpreis sowie weiteren hohen Auszeichnungen gewürdigt worden. Die Autorin weist darauf hin, dass die Betrachtung seiner Werke keine Anklänge an zeitgenössische Kunststile erkennen lasse. Reisinger-Weber sieht in Johannes Lippmann einen Vertreter der Lebensreform-Bewegung, die im letzten Drittel des 19. Jahrhundert als Reaktion auf den bürgerlichen Lebensstil und die Industrialisierung entstand. In den Mittelpunkt ihrer Untersuchung stellt die Autorin Bilder des Malers, welche den Menschen in seiner ländlichen Um- und Arbeitswelt kurz vor der Mechanisierung in der Landwirtschaft zeigen. Nicht weniger als 33 farbige Reproduktionen belegen diese Ausführungen.

Richard Wagner beschäftigt sich in seinem Beitrag „Der Odenwälder Rückeschlitten“ mit dem mühevollen und gefährlichen Holztransport per Schlitten heraus aus den dichten Schlägen in den Steilhängen des südlichen Odenwaldes und des Neckartals. Beeindruckend dokumentiert wird diese Plackerei durch Fotos. Die weiteren Kapitel in Stichworten: Winfried Wackerfuß: „Der Odenwald in alten Fotografien: Groß-Bieberau - Vom Dalles am Hansenbirnbaum zur Biberbrunnen-Anlage“; Benno Lehmann: „Die Heidelberger Ideallandschaft des Malers Theodor Verhas im richtigen Licht. Buchhinweise auf Veröffentlichungen über den Odenwald beschließen das Heft.

Die neueste Ausgabe der Vierteljahreszeitschrift „Der Odenwald“. Sie umfasst 48 Seiten und enthält insgesamt 73 Abbildungen, davon 36 in Farbe. Zu haben ist das Heft über die Geschäftsstelle des Breubergbundes, Ernst-Ludwig-Straße 2-4, im Buchhandel sowie über das Internet (www.breuberg-bund.de).

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Eine Plackerei war der mühevolle und nicht ungefährliche Holztransport mit Rückeschlitten in den Steilhängen des südlichen Odenwaldes und des Neckartals. Mit dieser Arbeit „in den guten alten Zeiten“ beschäftigt sich Richard Wagner in seinem Beitrag für die neue Ausgabe der Breubergbund-Zeitschrift „Der Odenwald“
FOTO: BREUBERG-BUND

Odenwälder Echo, 22.10.10, S. 11 und Südhessen Woche, 11.11.10, S. 9

Über alte Erzgruben und Weihkessel

Regionale Historie - Der Breuberg-Bund weist auf die neue Ausgabe seiner Zeitschrift "Der Odenwald" hin
 

BREUBERG. In der neuen Ausgabe seiner Vierteljahreszeitschrift »Der Odenwald« legt der Breuberg-Bund wieder einige interessante Artikel vor. In seinem einleitenden Aufsatz unter dem Titel »Osterenaha - Ein Beitrag zur Geschichte von Reichsgut und Erzbergbau im zentralen Odenwald« führt Thomas Steinmetz Gründe dafür an, dass das im Jahr 880 erstmals in einer im Pariser Staatsarchiv vorhandenen Urkunde Ludwigs III. genannte »Osterenaha« auf das Ostertal im Odenwald und nicht das im Saarland zu beziehen ist. Würde dies zutreffen, hätte das Ostertal eine längere Geschichte als bisher angenommen.

 

Besonders der Erzbergbau in dieser Region gab der Region eine herausragende Bedeutung für das Königtum schon im frühen Mittelalter. Der Autor erörtert noch weitere wichtige Aspekte zu dem Thema und setzt - angesichts des Fehlens weiterer schriftlicher Quellen die Hoffnung auf die neuerdings im Odenwälder Ostertal betriebene Montanarchäologie. Ziel der Geschichtsinteressierten ist es hierbei, die frühe wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Bergbaus für die Region zu erforschen.

 

Mit dem »Weinbau in Reinheim und den heutigen Stadtteilen vor dem Dreißigjährigen Krieg« beschäftigen sich Wilhelm Stuckert und Heinz Reitz. Die detaillierten, in den Archiven recherchierten Beschreibungen zu den Weinbergen im Raum werden ergänzt durch eine farbige Karte mit den genauen Eintragungen der Weinberglagen in den früheren Jahrhunderten. »Weihwedel, Weihkessel und Wetterhahn: Zeugen der Gegenreformation um 1630 in Leutershausen an der Bergstraße« überschreibt Rainer Gutjahr seinen Aufsatz. Einzige Quelle für die Rekatholisierung in Leutershausen an der badischen Bergstraße sind die Eintragungen in den ab 1628 geführten Kirchenrechnungen, deren aus der bäuerlichen Bevölkerung Leutershausens stammenden Schreiber mit dem Formulieren und den lateinischen Begriffen ihre liebe Not hatten, so dass oftmals kurios klingende Bezeichnungen zustande kamen.

 

In seinem Beitrag »Die Mühlen in der Kellerei Amorbach 1699« veröffentlicht Bernd Fischer erstmals eine Erhebung des Mainzer Erzbischofs Lothar Franz von Schönborn. Sie beinhaltete Fragen zur Anzahl der Mühlen, der Mahlgänge oder der Besitzer in den einzelnen Orten des Amtes Amorbach, das sich damals bis in das badische Limbach erstreckte. Die Ergebnisse werden hier in Form von Tabellen wiedergegeben.

 

In der nunmehr seit über 50 Jahren in dieser Zeitschrift erscheinenden Reihe »Der Odenwald in alten Ansichten« beschreibt Rouven Pons das reizvolle Gemälde von Georg Adam Eger: »Ende einer Parforcejagd an der Eschollmühle bei Darmstadt-Eberstadt 1767.« Der Beitrag von Walter Weidmann »Das ehemalige Parktorhaus vom Frankfurter Tor im Leiningischen Wildpark« und Buchhinweise beschließen diese neue Ausgabe.

 

Bezugsquellen

Die Zeitschrift »Der Odenwald« ist über die Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes, Ernst-Ludwig-Straße 2-4 in 64747 Breuberg, Telefon 64747, E-Mail ziebler@breuberg.de oder den Buchhandel sowie über das Internet unter www.breuberg-bund.de für fünf Euro zu beziehen.

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Der Hirsch ist gestellt: Georg Adam Eger ist ein bekannter Jagdmaler, der im 18. Jahrhundert viel für den Hessisch-Darmstädter Hof gearbeitet hat. Dieses Bild, das in der neuen Zeitschrift "Der Odenwald" besprochen wird, zeigt das Ende einer Parforcejagd an der Eschollmühle bei Darmstadt-Eberstadt. Bei der Parforcejagd wird das Wild mit Hunden und Reitern so lange gehetzt, bis es ermüdet ist und anschließend dann gefangen und erlegt werden kann.
REPRODUKTION: BREUBERG-BUND

Odenwälder Echo, 28.09.10, S. 9

Arnheiter Kapelle spiegelt viele Epochen

Regionalgeschichte - Rai-Breitenbacher Gotteshaus aus dem 8./9. Jahrhundert ist Tagungsthema beim Breuberg-Bund
 

NEUSTADT. Sie ist weniger bekannt als die Steinbacher Einhardsbasilika, dafür nach aktuellem Kenntnisstand noch etwas älter und gilt als »Juwel« unter den historischen Entdeckungen im Odenwald: die Arnheiter Kapelle bei Rai-Breitenbach. Ihre Anziehungskraft für Geschichtsforscher belegte auch die 62. Neustädter Tagung des Breuberg-Bundes, bei der das Kirchlein ein zentrales Thema war: »Mit über 100 Teilnehmern, teilweise sehr weit angereist, eine unserer bestbesuchten Tagungen«, zeigte sich Vorsitzender Winfried Wackerfuß nach der Zusammenkunft mit insgesamt sechs Fachreferaten und zwei Exkursionen hochzufrieden.

Sakrales Kleinod: Beim Rückbau der auf das 8./9. Jahrhundert datierten Arnheiter Kapelle bei Rai-Breitenbach sollen auch Umbauten aus späteren Epochen sichtbar bleiben.
Foto: privat

Die Arnheiter (auch Arnheider) Kapelle befindet sich auf dem Gelände eines Aussiedlerhofs beim Stadtteil Rai-Breitenbach. Bereits 1963, berichtete Wackerfuß, widmete der Breuberg-Bund der Kapelle eine Sonderausgabe seines vierteljährlichen Magazins »Der Odenwald« und stützte sich dabei auf eigene Untersuchungsergebnisse. Später entstand innerhalb der Vereinigung ein eigener thematischer Arbeitskreis, erste Grabungen und weitere Recherchen wurden getätigt.

Dennoch ließ das öffentliche Interesse an dem historischen Kleinod auf sich warten. Größere archäologische Untersuchen folgten ab 2003; seit 2005 ist der Lengfelder Restaurator Hans Michael Hangleiter mit der Kapelle beschäftigt. »Die große Schwierigkeit«, so Hangleiter, »besteht darin, alle historischen Epochen der Kapelle und ihrer späteren Nutzungen zumindest stückweise für die Nachwelt zu erhalten. Denn alle Epochen sind von historischem Wert, nicht nur die Kapelle selbst.«

Das Gotteshaus, einst bestehend aus Chorraum und Schiff, wird etwa auf das 8. bis 9. Jahrhundert datiert (zum Vergleich: als Baubeginn für die Steinbacher Einhardsbasilika gilt das Jahr 824). Allzu viel, so berichtet Hangleiter, ist in Rai-Breitenbach freilich vom sakralen Raum nicht mehr erhalten. Anhand von tiefer gelegenem Mauerwerk und Putzflächen hätten die Fachleute den Ursprung in etwa rekonstruieren können.

Erste größere Veränderungen habe es wohl zur Zeit der späten Gotik, etwa im 15. Jahrhundert, gegeben. »Damals muss ein verheerender Brand in der Kapelle gewütet haben«, erklärt der Restaurator, »der Wiederaufbau ist mit zu dieser Zeit üblichen Bauweisen auf den Resten des alten Mauerwerkes erfolgt«. Besonders an der noch am besten erhaltenen Nordseite sei die spätere Verkleinerung der Fenster deutlich zu erkennen.

Etwa Mitte des 17. Jahrhunderts endete die sakrale Nutzung, weitere Umbauten weisen auf die Verwendung als Wohnraum hin, erläutert Hangleiter. Mit Balken wurde das Gebäude in zwei Etagen geteilt, das Fälldatum der Deckenbalken weist auf die Jahre 1674 bis 1677 hin. Im Erdgeschoss kam eine Feuerstelle hinzu; weitere Um- und Anbauten folgten auch im Zuge der späteren landwirtschaftlichen Nutzungen. Zum Chorraum hin wurde eine Trennwand eingebaut, die Südwand teilweise abgerissen und mit den gleichen Steinen wieder aufgebaut. Der nördliche Fachwerkanbau um 1820 trug zum guten Erhalt dieser Seite bei. Letzte kleinere Umbaumaßnahmen seien im 20. Jahrhundert erfolgt.

Die Erarbeitung eines Präsentationskonzepts für die Arnheiter Kapelle erwies sich als nicht eben leichte Aufgabe: »Ganz in die frühmittelalterliche Kapelle ist sie nicht mehr zurückzuführen«, betont Hangleiter. Grund dafür ist zum einen, dass zu wenig dieser Bausubstanz erhalten geblieben ist. Zum anderen sind auch die Folgeumbauten von historischem Wert, so dass nur ein Kompromiss in Frage kam. Die späteren Nachbauten wurden teilweise herausgenommen, auch der Deckeneinbau zum großen Teil, um die Höhe des Ursprungsraums deutlich zu machen.

Diskutiert wird aktuell noch, ob die Fenster wieder in ihren ursprünglichen Zustand - größer und keilförmig nach außen - gebracht werden. Damit ginge freilich der gotische Fensterbau verloren. Keine Frage ist dagegen, dass zur Konservierung und Restaurierung der Arnheiter Kapelle ausschließlich ursprüngliche Baustoffe wie Lehm verwendet werden.

Anmeldung nötig:
Die Arnheiter Kapelle bei Rai-Breitenbach befindet sich auf einem Privatgrundstück und ist nicht öffentlich zugänglich. Besuche sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung bei der Stadtverwaltung Breuberg möglich, Ansprechpartnerin ist
Petra Ziebler, Telefon 06163 70922 (montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr).

Gabriele Lermann

Odenwälder Echo, 21.09.10, S. 11

Geschichtliches aus dem Odenwald

Tagung - Der Breuberg-Bund lädt übers Wochenende zu Vorträgen nach Neustadt ein
 

NEUSTADT. Die Breuberghalle in Neustadt ist am Freitag und Samstag (24./25.) Treffpunkt der Geschichtsfreunde, denen Vorträge zu allerlei Themen rund um den Odenwald und eine Exkursion geboten werden. Zu seiner 62. Neustädter Tagung lädt der Breuberg-Bund Mitglieder und Gäste ein.

Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Im Foyer der Breuberghalle hat wieder ein Antiquariat mit Literatur über den Odenwald seinen Stand aufgeschlagen. Für die Bewirtung der Gäste ist ebenfalls gesorgt.

Auftakt der Tagung ist am Freitag (24.) - nach der offiziellen Eröffnung um 15 Uhr - der Vortrag von Professor Otto Volk (Marburg) über »Landesgeschichte im Internet - Einführung in die digitalen Informationsangebote«. Bereits um 16.30 Uhr spricht Holger Göldner (Darmstadt) zum Thema »Lindenfels im Odenwald - Die Burg Graf Bertholds des Jüngeren von Hohenberg - Vorstellung der jüngsten Grabungsergebnisse«.

»Die Kapelle Arnheiden bei Rai-Breitenbach: Bauanalyse, Erhaltung und Präsentationskonzept« heißt es um 17.30 Uhr mit Hans Michael Hangleiter, (Lengfeld).

Weiter geht es am Samstag (25.) um 9 Uhr mit Rouven Pons (Wiesbaden), der über »Regionalbewusstsein ohne Grenzen? - Zur Wahrnehmung eines geografischen Großraums auf Johann Tobias Sonntags Prospekt von dem Melibokus und dessen Gegend 1747« spricht. »Odenwälder Familiennamen in Raum und Zeit« ist um 10 Uhr das Thema von Professor Hans Ramge (Gießen). Es folgt um 11 Uhr das Referat von Rüdiger Lenz (Eberbach) über »Territorialpolitik und Burgenbau der Grafen von Lauffen am unteren Neckar«.

Am Samstagnachmittag folgt eine Kurzexkursion zur Burg Frankenstein bei Darmstadt-Eberstadt statt. Die Teilnehmer reisen selbst an und treffen sich um 15 Uhr vor der Burgkapelle. Michael Müller wird die Führung durch die Anlage übernehmen. Die Ganztagesfahrt am Sonntag (26.) ist für Mitglieder des Breuberg-Bundes gedacht und führt nach Würzburg.

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Auszug aus dem Artikel des Odenwälder Echos, 28.07.10, S. 14

Arnheiter Kapelle macht Fortschritte

Denkmalschutz - Berichte im Fachbeirat über Sanierungen, Projekte und weitere nun geschützte Objekte
 

ERBACH. Sanierungsarbeiten an der Arnheiter Kapelle in Rai-Breitenbach sind in vollem Gange. Dies teilte in der jüngsten Sitzung des Denkmalbeirats des Odenwaldkreises Reimund Bechtold mit. Dem Gremium gehört Jürgen Kammer (Gammelsbach) als neues Mitglied an.

 

Die sakralen Konturen der über Jahrhunderte in einer Bauernhof-Nutzung erhaltenen Arnheiter Kapelle beim Breuberger Stadtteil Rai-Breitenbach lassen sich mit Überarbeitungen immer besser erkennbar machen. Der hier abgebildete Zustand nach Wiederentdeckung des kirchlichen Charakters wird über ein Denkmalpflegeprojekt Zug um Zug historisiert.

Archivfoto: Guido Schiek

 

Aus dem Bericht des Geschäftsführers geht weiter hervor, dass einige Bauteile, die im Lauf der Zeit eingefügt worden waren, wieder entfernt wurden; so vermittelt das Kirchlein nun wieder den ihm angestammten sakralen Eindruck. Die Kooperation mit dem Eigentümer der Kapelle bezeichnete Bechtold als sehr gut. Den Gebietsbeauftragten des Breuberger Lands, Beiratsmitglied Heinrich Helm, beglückwünschte Bechtold in diesem Zusammenhang zur Auszeichnung mit dem Bürgerpreis der Stadt Breuberg als würdige Anerkennung.

 

pws/e

Odenwälder Echo, 13.07.10, S. 13 und Anzeigenblatt Gersprenztal, 28./29.07.10, S 5

Staatsreform nach Darmstädter Art

Regionalforschung
- Breuberg-Bund erinnert mit seiner Zeitschrift an Friedrich Carl von Moser
 

NEUSTADT. In die Geschichte der Staatskunde steigt der Breubergbund mit der neuesten Ausgabe seiner Vierteljahresschrift ,,Der Odenwald" ein. Seinem Ruf als Institution einer lebendigen und allgemein verständlichen Regionalforschung wird der Verein dabei gerecht, indem er das Thema an einem persönlichen Bezug aus seinem Einzugsgebiet festmacht: dem Schaffen und Leben des Hessen-Darmstädtischen Ministers Friedrich Carl von Moser (1722-1798). Damit unterstreicht der Breubergbund zugleich seine inhaltliche Ausrichtung auf ganz Südhessen.

 

Anders als der Name zu besagen scheint, handelt es sich beim Breuberg-Bund nämlich keineswegs um eine lokale Gruppe. Vielmehr vereint er Regionalforscher aus dem Großraum Darmstadt/Aschaffenburg/Heidelberg unter der Bezeichnung seines Amts- und Gründungssitzes, der Burg Breuberg oberhalb von Neustadt.

 

Wie für diesen Verbund Öffentlichkeitsarbeiter Gerald Wassum mitteilt, ist das Heft 2/2010 des Quartalsblatts ,,Der Odenwald" in diesen Tagen erschienen. ,,Weil jede Reform Missvergnügte machen muss - Das modernisierungspolitische Dilemma des Hessen-Darmstädtischen Ministers Friedrich Carl von Moser (1722-1798)" hat dabei das Format einer echten Titelgeschichte.

 

Veröffentlicht wird damit eine Arbeit des Winnweiler Historikers und Oberstudiendirektors Klaus Kremb über die Reformen des Staatsrechtlers von Moser. Carl von Moser, der in Jena Staatswissenschaften studiert hatte, war nach einem sehr erfolgreichen Karrierebeginn am Hof in Wien 1770 zum Administrator der habsburgischen Exklave Falkenstein in der Pfalz mit dem Sitz in Winnweiler berufen worden. Danach führte er von 1772 bis 1780 als Leitender Minister die Regierungsgeschäfte der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, wo es vor allem um die Sanierung des hochverschuldeten Staatshaushaltes ging.

 

Ein Ergebnis seiner modernisierungspolitischen Maßnahmen in Südhessen war eine statistischen Landesaufnahme mit Angaben zur Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt im Jahre 1774, bekannt geworden als ,,Mosersche Generaltabelle". Beim Breubergbund ist sie als Faksimile abgedruckt und gibt für alle Ämter beispielsweise detaillierte Angaben zu Bevölkerung und Tierbestand.

 

In das Steinachtal im südlichen Odenwald führt der folgende Beitrag von Heiner Simon: ,,Spuren des kurpfälzischen reformierten Geschlechts Weisbrod in der ehemaligen kurpfälzischen Kellerei Waldeck zu Heiligkreuzsteinach". Ausgehend von zwei alten Grabplatten von 1564 und 1770 für Angehörige der Familie Weisbrod auf dem alten evangelisch-reformierten Friedhof und an der alten Kirche von Heiligkreuzsteinach, werden hier die Lebenslinien und das Schicksal der beiden hier ruhenden Familienmitglieder nachgezeichnet und auf die Verbreitung dieser pfälzischen Familie eingegangen.

 

Von dem berühmten Frankfurter Landschaftsmaler Christian Georg Schütz dem Älteren (1718-1791) stammt die von Werner Trost beschriebene Ansicht ,,Mainlandschaft mit Miltenberg und Kloster Engelberg". Dass Schütz diese reizvolle Partie am bayrischen Untermain gemalt hat, dürfte damit zusammenhängen, dass seine zweite Frau Maria B. J. Kittner aus Miltenberg stammte.

 

Weitere Beiträge sind: Friedrich K. Azzola ,,Die Waage als Kaufmannszeichen am Haus Turmstraße 1 in Beerfelden, 1810"; Richard Wagner ,,Jagdwagen von Landgraf Ludwig VIII. von Hessen-Darmstadt" und Wilhelm Stuckert ,,Eine ungewöhnliche Katasterurkunde aus der Registratur des Amtes Lichtenberg - Schiefertäfelchen belegt Erbauseinandersetzung des Jahres 1768."

 

,,Der Fund von ,,menschlichen Gebeinen" im Bereich der Burg oder des ,,Schlosses" Mörlenbach im Weschnitztal im Jahre 1888", wie der abschließende Lesefund von W. Wackerfuß überschrieben ist, scheint damals ein gewisses Aufsehen erregt zu haben, erschien diese Nachricht doch 1888 im ,,Amtlichen Kreisblatt für den Kreis Dieburg."

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Bezugsquelle
Diese neueste Ausgabe der Vierteljahreszeitschrift ,,Der Odenwald" umfasst 44 Seiten und enthält insgesamt 23 Abbildungen, davon acht in Farbe. Sie ist für 5 Euro über die Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes, Ernst-Ludwig-Straße 2-4, 64 747 Breuberg, oder den Buchhandel zu beziehen. Als Kontaktstelle pflegt der Verein zudem das Internet: www.breuberg-bund.de.

Odenwälder Echo, 06.05.10, S. 17

Interesse an Arnheider Kapelle steigt stetig

Breubergbund - Vorträge und Führungen bestimmen den Kalender der Heimatforscher, die sich um die Historie der Region kümmern

 

BREUBERG. Eine recht positive Bilanz zogen Vorsitzender Winfried Wackerfuß und die Leiter der Ressorts in der Hauptversammlung des Breubergbundes - mit über 1000 Mitgliedern eine der größten historischen Vereinigungen Hessens. Der Odenwald als Ganzes spiegelte sich in Vorträgen, Referaten, Führungen, Exkursionen und sonstigen Arbeiten des vergangenen Jahres, was sich auch an der hohen Teilnehmerzahl an Tagungen ablesen lässt.

Sachkenntnis zeichnen Hans Dörr (links) und Heinz Reitz (rechts) aus, die viele Jahre im Vorstand arbeiteten. Vorsitzender Winfried Wackerfuß würdigte beide mit der Ehrenmitgliedschaft des Breubergbundes. Sie bekamen jeweils eine Lithographie vom Breuberg. Foto: Breubergbund

Ungebrochen ist das Interesse an der seit 1953 erscheinenden Vierteljahreszeitschrift ,,Der Odenwald", die bis 2003 durch zwei Registerbände erschlossen ist. Seit Erscheinen dieser Nachschlagewerke wurden über 23 000 ältere Ausgaben dieser Zeitschrift nachbestellt. Auch heute noch sind sämtliche bisher erschienenen Hefte verfügbar. Eine ganze Reihe grundlegender Buchveröffentlichungen über den Odenwald befinden sich in Arbeit. Für sämtliche Veröffentlichungen des Breubergbundes ist jetzt ein Gesamtverzeichnis geschaffen worden, dessen Titelseite ein Foto der Burg Wildenberg bei Amorbach ziert.

Erfreuliches wusste auch Bürgermeister Frank Matiaske, stellvertretender Vorsitzender über die Arbeiten und Pläne auf der Burg Breuberg zu berichten. So ist 2009 die Gesamtzahl der Besucher auf der Burg mit über 31 000 weiter angestiegen. Für die Gestaltung der Brunnenkammer neben dem tiefen Brunnen und die Beleuchtung des Rittersaals mit seiner Stuckdecke sind dann 6000 Euro des Breubergbundes vorgesehen.

Das Wertheimer Zeughaus soll zu einem Museumsshop und zur Anlaufstelle für Besucher ausgebaut werden. Die Stadt Breuberg hat ein ganzes Bündel von Arbeiten veranlasst, die die Attraktivität der Burg steigern. Immer mehr in den Fokus des Interesses auch internationaler Forscher gerät die karolingerzeitliche Arnheider Kapelle bei Rai-Breitenbach. Landes- und Bundeszuschüsse von jeweils 50 000 Euro stehen für die an der Kapelle vorgesehenen Sanierungsarbeiten und Rückbaumaßnahmen zur Verfügung.

Die Bibliothek des Breubergbundes verwahrt im darin eingegliederten Archiv auch die Nachlässe von Odenwaldforschern. Die Digitalisierung umfangreicher privater Fotosammlungen mit Bildmaterial vom gesamten Odenwaldraum und das Einscannen des Vereinsarchivs macht Fortschritte. Die Internetseite www.breuberg-bund.de ist inzwischen von über 20 000 Besuchern aufgesucht worden.

Die Versammelten bestätigten den seitherigen Vorstand im Amt. Die treuen Mitglieder dieses Gremiums, Hans Dörr aus Dieburg und Heinz Reitz aus Reinheim, kandidierten aus Altersgründen nicht mehr. Der Vorsitzende würdigte die Verdienste der beiden, denen die Ehrenmitgliedschaft im Vorstand verliehen wurde.

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Odenwälder Echo, 09.03.10;
mit anderen Überschriften im Darmstädter Echo, 12.04.10; Odenwälder Journal, 15.04.10 und Südhessen Woche, 29.04.10, S. 5

Zeitschrift des Breuberg-Bundes mit Beitrag zum Vogelschutz im Odenwald

Historisches - Was in der neuen Ausgabe der Zeitschrift ,,Der Odenwald" des Breuberg-Bundes zu lesen ist - Frühjahrstagung in Lautertal-Reichenbach und am Felsenmeer

 

BREUBERG. Heute genießt der Naturschutz eine hohe Priorität, nicht zuletzt auch der Vogelschutz. Dass dem nicht immer so war, zeigt der Aufsatz ,,Zur Bedeutung des Flurnamens ,,Am Vogelherd". Damit befasst sich ein Beitrag von Ursula Richter in der neuesten Ausgabe der vom Breuberg-Bund herausgegebenen Zeitschrift ,,Der Odenwald".

 

Ausgehend von dem Flurnamen ,,Vogelherd" und der Lokalisierung eines solchen in der Gemarkung von Roßdorf bei Darmstadt geht die Autorin auch auf den Vogelfang im Odenwald in früheren Jahrhunderten ein. Ihre Darstellung umfasst neben Erläuterungen der Fanggeräte mit den zuschlagenden Netzen auch den Beruf des Vogelstellers sowie seine Fangergebnisse, unter ihnen unzählige Singvögel, die in den Suppentöpfen und auf den Bratrosten adeliger und bürgerlicher Haushalte landeten. Das Vorgehen erscheint aus heutigen Sicht brutal, wurden den Lockvögeln doch stets die Augen ausgebrannt, damit sie besonders intensiv sangen und so Artgenossen anzogen.

 

Mit dem Schicksal des Carl Anton von Sickingen, das in manchem dem von Vater Moor in Friedrich Schillers ,,Räuber" gleicht, beschäftigt sich der Beitrag ,,Der Fall Carl Anton von Sickingen zu Sickingen - Schillers Räuber und die Veste Otzberg" von Axel W. Gleue. Sickingen war der Alchemie verfallen. Aus diesem Grund verhafteten ihn Husaren auf Veranlassung seines Bruders und mit Duldung seiner Söhne in Landstuhl und brachten ihn schließlich auf die Veste Otzberg, wo er aber seine teuren Versuche zwölf Jahre lang fortsetzen konnte. Sie kosteten ihn sein gesamtes Vermögen und führten dazu, dass er schließlich hoch verschuldet in der kleinen sickingischen Herrschaft Sauerthal in der Pfalz verstarb, wohin er von seinen Söhnen gebracht worden war. In der neuen Ausgabe schreibt Hans Dörr zudem über den Streit um den Dorffrieden in Mosbach im Bachgau. Hans-Günther Morr stellt einen alten Drogerieschrank aus Unter-Schönmattenwag vor. Weitere Beiträge sind eine Bildbeschreibung von Richard Wagner ,,Partie in Hirschhorn am Neckar um 1900" sowie ein historisches Foto von Heinrich Winter ,,Fastnachtsgestalten im Odenwald" mit skurrilen Gestalten bei einem Fastnachtsumzug in Schlierbach bei Lindenfels.

 

Bibliografische Angaben über neue Odenwald-Literatur und Hinweise auf die Frühjahrstagung des Breuberg-Bundes in Lautertal-Reichenbach und am Felsenmeer am 30. Mai sowie die große Herbsttagung in Breuberg-Neustadt vom 24. bis 26. September beschließen dieses Heft.

 

Zu Hunderten gingen
einst Singvögel in die Netze der oft professionellen Vogelfänger. Davon handelt ein Beitrag in der neuen Ausgabe der Zeitschrift „Der Odenwald“. Rund um den Vogelherd mit den Fangnetzen und der Hütte für den Vogelfänger standen kleine Bäume, in denen die Käfige der geblendeten Lockvögel hingen. Weitere Lockvögel liefen auf dem mit Futter bestreuten Vogelherd, festgehalten an Zwirnfäden. Dieser Ausschnitt aus einer Jagdkarte aus dem 16. Jahrhundert zeigt einen Vogelherd bei Buchen im Odenwald.
Reproduktion: Breubergbund

 

 

Bezugsquellen

Die Zeitschrift „Der Odenwald“ ist über die Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes, Ernst-Ludwig-Straße 2 - 4 in 64747 Breuberg, den lokalen Buchhandel sowie unter www.breuberg-bund.de für fünf Euro (zuzüglich Versandkosten) zu beziehen.

Odenwälder Echo, 27.02.10, Seite 24

In Abwandlung des Themas dieser Seite soll mit dem nachfolgenden Artikel aus dem Odenwälder Echo der vielfältigen Aktivität des Breuberg-Bund-Vorsitzenden Winfried Wackerfuß gedankt werden.

Der Mann für das Museum

Verabschiedung - Nach 45 Jahren verlässt Winfried Wackerfuß Schloss Lichtenberg


       Foto: Dieter Schieck

FISCHBACHTAL. Es war eine illustre Versammlung von Amtsträgern und ehrenamtlich Tätigen, die sich am Donnerstagabend im Kaisersaal des Schlosses Lichtenberg versammelt hatte. Vertreter der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwald waren gekommen, Repräsentanten von Verbänden, Vereinen und Schulen. Sie alle wollten damit das Wirken eines Mannes würdigen, der nach 45 Jahren ehrenamtlicher Arbeit in den Ruhestand geht - Museumsleiter Winfried Wackerfuß.

Bürgermeister Wilfried Speckhardt blickte in seiner Laudatio auf die Arbeit des Pädagogen zurück. Wackerfuß brachte durch sein Studium der Geschichte, Germanistik und Volkskunde beste Voraussetzungen für diese Aufgabe mit. Sein Schwiegervater, der damalige Museumsleiter Hans Weber, begeisterte ihn vor 45 Jahren für die Museumsarbeit: Viele Jahre arbeitete Wackerfuß danach mit Webers Nachfolger Heinrich Gerstung zusammen, bevor er 1988 die Leitung des Museums übernahm.

Speckhardt skizzierte das breite Aufgabenfeld, das Wackerfuß beackerte. Er sprach von einer anspruchsvollen Aufgabe vor allem dann, wenn es um die Organisation überregionaler Ausstellungen oder eigene Präsentationen gegangen sei. ,,Dieses Amt erfordert das volle Engagement eines Menschen. Es beansprucht den wesentlichen Teil der Freizeit des Amtsinhabers und manchmal auch mehr", so Speckhardt.

Viele Großereignisse liefen auf Schloss Lichtenberg unter der Leitung von Winfried Wackerfuß ab. Speckhardt nannte etwa den Ankauf der Wittersheim-Sammlung. Diese Zinnfiguren-Sammlung ist mit über 10 000 Figuren auch heute noch eine der größten ihrer Art. Auch die Sommergalerie sei Kernstück der Museumsarbeit gewesen. Weiter nannte der Bürgermeister eine Reihe von Ausstellungen, die dem Museum viele Besucher aus der gesamten Region brachten.

Darüber hinaus habe Wackerfuß besonderes Augenmerk auf das Leben und das Werk des Büchnerpreisträgers Johannes Lippmann gerichtet. Wackerfuß habe eine Sammlung zusammengetragen und wesentlichen Anteil daran, dass das Museum heute, mit etwa 75 Exponaten die größte Sammlung von Lippmann-Werken beherbergt. Mit dem Ausscheiden aus dem Amt des Museumsleiters verliere Fischbachtal eine verdiente Persönlichkeit, betonte Speckhardt. Als kleines Dankeschön überreichte er Wackerfuß einen ganz besonderen Bildband über Fischbachtal, in dem viele Seiten ausschließlich dessen Person gewidmet sind.

Lang war die Reihe derer, die das vielfältige Wirken von Wackerfuß als Pädagogen und profunden Kenner des Odenwalds würdigten. Für den Landkreis Darmstadt-Dieburg dankte Kreisbeigeordneter Dieter Emig dem scheidenden Museumsleiter, für den Odenwaldkreis war es der frühere Landrat Horst Schnur, der Wackerfuß würdigte, der auch im Breubergbund an vorderer Stelle mitarbeitete.

,,Sie haben sich um den Odenwald verdient gemacht", sagte Schnur.

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Odenwälder Echo, 08.01.10, Seite 12 und Südhessen Woche, 28.01.10, Seite 6

Wie Erbachs Herren dereinst die Reichsstandschaft erlangten

Regionalgeschichte -
Der Breuberg-Bund legt die aktuelle Ausgabe seiner Vierteljahresschrift "Der Odenwald" vor - Beiträge mit touristischem Wert


 

NEUSTADT. Die Anfänge und das Vorankommen der Herren von Erbach sind ein zentrales Kapitel in der Zeitschrift „Der Odenwald”, deren vierte Ausgabe 2009 der Breuberg-Bund dieser Tage vorgelegt hat. Auf Grundlage seiner vor zwei Jahren vorgelegten Doktorarbeit beschreibt Uli Steiger dabei in seinem Beitrag „Dit sint die fursten graven herren und frien - Die Herren von Erbach und ihr Aufstieg zur Reichsstandschaft 1422” den Aufstieg der Schenken von Erbach vom Zeitpunkt ihrer Erstnennung im Lorscher Codex (1165/70).

 Auch Aspekte sozialer und wirtschaftlicher Art

Neben den traditionellen Feldern der Adelsforschung, so heißt es in einer Pressemitteilung, konzen­triert sich die Betrachtung auch auf sozial-, wirtschafts- und kirchengeschichtliche Aspekte. Auch die vielfältigen, früh beginnenden Beziehungen zu den Pfalzgrafen bei Rhein finden im Aufsatz Erwähnung.

In dem nachfolgenden Beitrag „Eine Strahlenberg-Inschrift des 14. Jahrhunderts am Kaiserdom in Speyer am Rhein” korrigiert der Historiker Christian Burkhart mit Hilfe einer Inschrift auf einem Sandsteinquader am Speyrer Dom das Todesdatum des Domkanonikers Friedrichs von Strahlenberg. Jahrhundertelang war diese Inschrift nicht richtig beachtet worden, heißt es: Friedrichs Eltern waren der fehdefreudige Konrad II. (1250 - 1283) von Burg Strahlenberg über Schriesheim, Lehnmann des Bischofs von Worms und der Abt von Kloster Ellwangen an der Jagst, und seine Gemahlin Agnes (1266 - 1301, seit 1284 Witwe) von Burg Schauenburg über Dossenheim. Die eine Burg ist am Nord-, die andere am Südende des Ölbergs gelegen. Weitere Beiträge dieser Ausgabe stammen von Brigitte Köhler „Auswanderung nach Amerika um 1830 – Von der Waldenserkolonie Rohrbach-Wembach-Hahn nach Pennsylvanien”, von Bernd Fischer „Aus der Entstehungsgeschichte der Papiermühle und der Pulvermühle bei Amorbach”, von Winfried Wackerfuß „Der Odenwald in alten Ansichten: Zwingenberg am Neckar”, von Friedrich Karl Azzola „Zwei weitere ikonographische Belege (1502/1505) zur langhalsigen und zugleich kurzschneidigen Axt als Zeichen des Hesselbacher Steinkreuzes” und von Heinz Reitz „Der Nikolaus-Hooff-Bildstock in Mudau ist neu errichtet. Ein Lesefund zur Neckardampfschifffahrt im Jahre 1849”.

 Zum Abschluss Hinweise auf neue Literatur

 Hinweise auf neue Literatur über den Odenwald beschließen diese Ausgabe und damit den 56. Jahrgang der Vierteljahreszeitschrift „Der Odenwald”.

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 Bezugsquelle

Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift „Der Odenwald“ kann für fünf Euro zuzüglich Porto über die Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes, Ernst-Ludwig-Straße 2 - 4, 64747 Breuberg, den Buchhandel sowie über das Internet unter www.breuberg-bund.de, wo auch weitere Informationen zu erhalten sind, bezogen werden.

 

Ein Tafelbildstock bei Boxbrunn, der von 1724 stammt, von Auswanderern nach Ungarn gestiftet wurde und die Heilige Familie auf der Flucht nach Ägypten zeigt, ziert das Titelbild der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Der Odenwald" des Breuberg-Bundes.

FOTO: BREUBERG-BUND

Odenwälder Echo, 19.10.09, Seite 7;
Südhessen Woche, 22.10.09, Seite 12 und
Kartoffelsupp, November 2009, S. 16

Schwarzkittel vor dem Schloss Erbach

Breuberg-Bund -
Zeitschrift erscheint mit neuen heimatgeschichtlichen Erkenntnissen


BREUBERG. Dieser Tage erschien im Verlag des Breuberg-Bundes die neue Ausgabe der Vierteljahreszeitschrift „Der Odenwald“ mit einer Reihe interessanter Aufsätze über den Odenwaldraum. Das teilt der Breuberg-Bund mit.

 

Viele Jahre unerkannt schlummerte eine Trogmühle, auch Quern genannt, im ehemaligen Pfarrhof von Lindenfels. Hier wurde dieser urtümliche Typ, von dem bisher nur vier Exemplare in Deutschland bekannt sind, von dem Mühlenforscher Heinz Reitz entdeckt. „Die Trogmühle (Quern) – ein fast vergessener Handmühlen-Typ – Ein Objekt aus der Burg Lindenfels?“, lautet der Titel seines Aufsatzes.

 

Die zwei ältesten farbigen Ansichten von Erbach und dem Erbacher Schloss - datierbar auf 1599 sowie nach 1622 - sind in dem umfänglichen Beitrag des früheren Archivars der Grafen von Erbach-Erbach, Paul Wagenknecht, „Der Bergfried der alten Wasserburg Erbach“ abgebildet. Der Aufsatz behandelt mit weiteren Abbildungen unter anderem Bauzeit, Dimensionen, Bautechnik sowie das heutige Aussehen des Turmes. Das Titelblatt dieser aktuellen Ausgabe von „Der Odenwald“ ziert ebenfalls eine alte Ansicht von Erbach mit dem Schloss und einer Wildschweinjagd im Vordergrund. Es ist dies eine Federzeichnung aus der Zeit um 1630 des Dresdner Malers Valentin Wagner.

 

Die weiteren Beiträge stammen aus der Feder von Einhard Kemmet: „Steinwerkzeuge vor allem der Jungsteinzeit aus Hirschberg und Schriesheim an der Bergstraße“, der Oberflächenfunde von Werkzeugen unterschiedlicher Funktion, Materials und Alters beschreibt. Friedrich Karl Azzola und Ludwig Hartmann sind die Verfasser von „Die Reifenzange – ihre Funktion und Handhabe“ und von F. K. Azzola stammt noch die abschließende Beschreibung der „Wegsäule rechts der Straße von Geinsheim nach Wallerstädten“.

 

Hinweise auf neue Veröffentlichungen über den Odenwald beschließen das Heft, das zum Preis von fünf Euro zuzüglich Porto über die Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes oder den Buchhandel bezogen werden kann. Weitere Informationen sind auch erhältlich unter www.breuberg-bund.de.

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Eine Wildschweinjagd vor dem Erbacher Schloss ist

Titel einer neuen Ausgabe heimatgeschichtlicher Beiträge.

FOTO: BREUBERG-BUND

Odenwälder Echo, 12.10.09, Seite 10

Römer, Könige, verschwundene Dörfer

Geschichtsforschung -
61. Neustädter Tagung des Breuberg-Bundes deckt großes Themenspektrum ab


 

Stattliche Kulisse: Auch einen Ausflug zum Schloss Schwetzingen
unternahmen die Teilnehmer der 61. Neustädter Tagung des

Breuberg-Bundes

 

NEUSTADT. Die jüngste Herbsttagung des Breuberg-Bundes war wie in den Vorjahren mit Referaten, Besichtigungen und Exkursion gut besetzt. Während die beiden ersten Halbtage den Referaten gewidmet waren, folgte danach eine Kurzexkursion zum Schloss Lichtenberg. Dort gab es entsprechende Infos zu Burg und Schloss vom Vorsitzenden Winfried Wackerfuß, der auch im Museum durch die Jubiläumsausstellung Odenwaldmaler, die Abteilung „Odenwälder Gäulchen“ sowie weitere Exponatbereiche führte.

 

Der Ausflug der Mitglieder am darauf folgenden Tag führte einmal nach Ladenburg mit seiner römischen Vergangenheit und den mittelalterlichen Bauwerken sowie nach Schwetzingen, wo dann Schloss und Park mit Badhaus und Moschee besichtigt wurden.

 

Die sechs Referate der Tagung deckten ein breites Themenspektrum ab: Professor Egon Schallmayer sprach über „Der Odenwaldlimes − Neue Überlegungen zu Geschichte, Chronologie und Streckenverlauf sowie zu einzelnen Anlagen der römischen Grenze im Odenwald“ und stellte dar, dass seit seiner letzten Zusammenstellung der Forschungen zum Odenwaldlimes vor 25 Jahren neue Erkenntnisse vorliegen. Diese erforderten eine Überprüfung der bisherigen Aussagen zu Anfangs- und Enddatum dieser Limesstrecke, ihren Anlagen und ihrem Verlauf. Das Aussehen einiger Wachturmstellen wurde zusätzlich bekannt, Bauten am Limes sowie in seinem Umfeld konnten gedeutet sowie Strukturen von Kastelldörfern erforscht werden.

 

„Geschichte in Bildern – Wigand Gerstenberg von Frankenberg (1457-1522) und seine illustrierten Chroniken von Thüringen und Hessen“ lautete der Titel des Referats von Professorin Ursula Braasch-Schwersmann. Wie sie erklärte, besitzen die heutigen Länder Thüringen und Hessen nur wenige Berichte aus dem Mittelalter, weshalb die „Landeschronik von Thüringen und Hessen“ sowie die „Stadtchronik von Frankenberg“ des Wigand Gerstenberg − beide entstanden Ende des 15. Jahrhunderts − zu den bedeutendsten Kulturgütern gehören.

 

Über den portugiesischen Prinzen, Regenten und König (1828-1834) Dom Miguel I. referierte Professor Helmut Castritius in „Der arme König“ − Dom Miguel I. von Portugal im Exil in der Mainregion“. Dessen abenteuerliches Leben in Portugal, Brasilien, Österreich, Italien und schließlich in der Mainregion (Langenselbold, Kleinheubach und Kloster Bronnbach) stand im Blickpunkt sowie seine Beziehungen zur Mainregion.

 

„Die verschiedenen frühen Beschreibungen des 1543 entdeckten Römerbades „am Fuße des Breubergs“ - Die Chroniken von Dehner (1654) und Widman (1550)“ waren das Thema von Gerald Wassum.

 

Der Kenner stellte die bisher unbeachteten Chroniken von Dehner und Widman vor. Insbesondere die des Erlacher Pfarrers Georg Widman aus dem Jahr 1550 über Schwäbisch Hall beinhaltet einen zeitnahen Bericht, der jetzt als früheste Quelle für die Fundgeschichte angesehen werden muss. Widman war nämlich 1543 zur Begutachtung der römischen Relikte eingeschaltet worden. Am Schluss des Referats wurden zwei mögliche Fundstellen des heute verschollenen Römerbades dargestellt.

 

Michael Hahl widmete seinen Vortrag „Ferdinandsdorf, Galmbach, Rineck – Verschwundene Dörfer im südlichen Odenwald“ der Geschichte dreier Wüstungen, entstanden in der Zeit um und nach 1800. Damals wurden aus gesellschaftlichen, naturräumlichen und klimatischen Gründen Dörfer aufgegeben, Umsiedlungen vollzogen und sogar die Auswanderung nach Amerika zum Zweck des Überlebens erwogen und durchgeführt.

 

Der gigantische Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora 1815 hatte um Beispiel gewaltige Mengen Feinstaub in die Atmosphäre gebracht, sodass es 1816 zu einem „Jahr ohne Sommer“ auch im Odenwald kam. Daraus resultierten Ernte- und Fruchtausfälle, was sich besonders in den ärmsten Dörfern katastrophal auswirkte.

 

Eine gute Einführung für den Besuch der Jubiläumsausstellung im Schloss Lichtenberg lieferte das Referat „Der Odenwaldmaler und Büchnerpreisträger Prof. Johannes Lippmann (1858-1935) − Leben und Werk“ von Jutta Reisinger-Weber. Vita und exemplarische Werke stellt sie vor, verdeutlichte außerdem seine Arbeitsweise, seine Einstellung zu Natur und Leben.

 

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12.10.2009

Odenwälder Echo, 13.07.09, Seite 10 und Südhessen Woche, 30.07.09, S. 6

Unfall beschäftigt die Historiker
Breuberg-Bund - Vergangenheit in der Zeitschrift "Der Odenwald" von Autoren neu aufbereitet - Fund einer Maultrommel
 

ODENWALDKREIS. Die neueste Ausgabe der Zeitschrift „Der Odenwald“ des Breuberg-Bundes wartet mit folgenden Themen auf: Tragischer Unfall eines Frankensteiners, Maultrommel von der Schauenburg, Töpferschiene auf einer Heunesäule vom Bullauer Berg bei Miltenberg und unbekannte pittoreske Ansicht von Hirschhorn.

Auf das imposante Marmordenkmal des mit 21 Jahren auf tragische Weise ums Leben gekommenen Philipp Ludwig von Frankenstein in der Kapelle der Burg Frankenstein geht Heinz Bormuth in einem einleitenden Beitrag ein. Philipp Ludwig war am 19. Mai 1602 auf dem Weg von der Burg Frankenstein nach Seeheim mit der Kutsche am „Kutscherloch“ in den Abgrund gestürzt. Beigesetzt wurde er auf Wunsch seiner Mutter Anna in dem kurpfälzischen Amtsstädtchen Mosbach.

Christian Burkhart beschäftigt sich in seinem Aufsatz mit dem Fund einer besonderen spätmittelalterlichen Maultrommel von der Schauenburg an der südlichen Bergstraße, die als eigener Typus in die Forschungsliteratur einging.

Als weiteres Element der abwechslungsreichen Beitragsfolge enthält die Ausgabe von Lothar Lammer eine Betrachtung über „Die Wahlen zu den beiden Darmstädter Revolutionslandtagen 1849/50 im Wahlbezirk König; Friedrich Karl Azzola schreibt über „Die Nona als Abgabe frühmittelalterlichen Ursprungs der Mark Umstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg sowie der Gemarkungen Trebur und Königstädten, Landkreis Groß-Gerau“; Brigitte Köhler betrachtet „Die Pfannenmühle in Wembach“; Klaus Becker referiert „Zur Entwicklung des Anwesens Hofferberth in Mümling-Grumbach“; Ulrich Spiegelberg nimmt sich des Themas „Der Odenwald in alten Ansichten: Hirschhorn am Neckar, um 1861/62“ an; Hans Günther Morr hat das Thema „Der Kirrweg-Brunnen in Kreidach“ und Friedrich Karl Azzola „Die Töpferschiene als Zeichen auf der nach München verbrachten Heunesäule vom Bullauer Berg bei Miltenberg“. Den Abschluss bilden Hinweise auf neu erschienene Bücher über den Odenwald. Das Heft kann für fünf Euro zuzüglich Porto über die Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes, Ernst-Ludwig-Straße 2 bis 4, 64747 Breuberg, sowie über das Internet unter www.Breuberg-Bund.de, wo auch weitere Informationen zu erhalten sind, oder den Buchhandel bezogen werden.

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Vergangenes:
Eine bisher unbekannte pittoreske Ansicht von Hirschhorn ist Thema einer Betrachtung in der neuesten Ausgabe "Der Odenwald" vom Breuberg-Bund. Das Aquarell ist von einem unbekannten Künstler und entstand um die Zeit von 1861/62
FOTO: BREUBERG-BUND

Darmstädter Echo, 10.07.09, Seite 12

Bald rollen Bagger zur Arnheiter Kapelle
Historische Gebäude - Das Gotteshaus soll in seinen baulichen Urzustand zurückversetzt werden - „Von nationalem Wert“
 

 

 

 

Die Arnheiter Kapelle
bei Rai-Breitenbach gilt als Denkmalobjekt von nationalem Wert. Deshalb fließt jetzt Geld von Bund und Land, um sie wieder in den Zustand ihrer Entstehung zurückzubauen.
FOTO: GABRIELE LERMANN
 


RAI-BREITENBACH. Die Arnheiter Kapelle bei Rai-Breitenbach soll in ihren Ursprungszustand aus dem Jahr 800 zurückgebaut und stabilisiert werden. „Der sakrale Raum wird damit wieder erfahrbar“, erklärte Professor Helmut Castritius, Vorsitzender des Arbeitskreises Arnheiter Kapelle des Breuberg-Bundes, bei einem Ortstermin.

Das dazu notwendige Geld überbrachte am Montag symbolisch die Bundestagsabgeordnete Patricia Lips (CDU): Sie hielt eine Zusage über 50.000 Euro Fördermittel des Bundes in Händen. Noch einmal 50.000 Euro gibt das Land Hessen dazu. Die Tatsache, dass der Bund als Geldgeber auftritt, wertet Reimund Bechtold von der Unteren Denkmalschutzbehörde im Erbacher Landratsamt als ein Zeichen der „überragenden historischen Bedeutung“ der Kapelle: „Sie kommt damit dem Wert nationaler Denkmalobjekte oder gar Weltkulturerbestätten gleich.“

Baubeginn soll laut Bechtold noch im Jahr 2009 sein, fertig sind die Arbeiten voraussichtlich Mitte 2010. In dieser Zeit wird so ziemlich alles entfernt, was seit dem Erbauungsjahr um 800 an die Kapelle angebaut worden ist. Zwar diskutieren die Denkmalschützer auch, ob es richtig ist, die Anbauten abzureißen, denn sie besitzen sie wegen ihres teilweise hohen Alters durchaus historischen Wert. Udo Schreiber vom Landesamt für Denkmalpflege will aber nun doch dem ursprünglichen Kapellenbau Vorrang einräumen.

Folgendes soll demnächst geschehen: Die Außentreppe und die Zwischendecke im Innenraum werden weggerissen und ein zugemauertes Fenster wieder geöffnet. Der Anbau, ein Holzlager, bleibt hingegen in abgeänderter Form erhalten, weil dessen Dach die einzige Lehmwand der Kapelle geschützt hat, die zum Erstaunen der Denkmalschützer aus ungebrannten Lehmziegeln besteht. „So etwas ist in unseren Breiten sehr ungewöhnlich, das findet man eher in Afrika“, berichtet Bechtold.

Die Bauarbeiten erfolgen in Kooperation mit dem Breuberg- Bund und und der Landesdenkmalpflege; zuständiger Architekt ist Bernhard Saul. Die Arnheiter Kapelle soll nach jüngsten Erkenntnissen noch älter sein als die Einhardsbasilika in Steinbach. Die alte heilige Stätte steht auf dem landwirtschaftlich genutzten Hof der Familie Köbeler, von der die Stadt Breuberg das Gotteshaus gepachtet hat. Bereits in den fünfziger Jahren wurden dort auch erste Grabungen vorgenommen, tatsächliche bauhistorische Untersuchungen der Universität Heidelberg folgten aber erst ab dem Jahr 2002. Ansonsten kümmert sich der Breuberg-Bund um die Belange der Arnheiter Kapelle, die seinen Mitgliedern schon früh aufgefallen ist – schließlich hebt sich der Sakralbau trotz äußerlicher Unscheinbarkeit als einziges Steingebäude von seiner Fachwerk-Umgebung ab. „Es freut mich, dass wir hier jetzt dem offenen Geldbeutel näher gekommen sind“, sagte Landrat Horst Schnur während des Ortstermins. Sein besonderer Dank gilt der Familie Köbeler. Sie habe die „Denkmallast“ jetzt in einer schweren Zeit der Landwirtschaft zu tragen.

Wer die Kapelle besichtigen möchte, kann dies allerdings nicht eigenständig tun. Zum Schutz des privaten landwirtschaftlichen Anwesens sind Führungen lediglich in kleineren Gruppen nach Absprache mit dem Breuberg-Bund möglich.

Besichtigungen:
Der Breuberg-Bund ist über das Internet (www.breuberg-bund.de) oder telefonisch bei der Stadt Breuberg unter 06163 70922 jeweils montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr oder per E-Mail (ziebler@breuberg.de) erreichbar.

glb/ric

Odenwälder Echo, 06.05.09, Seite 11 und Südhessen Woche, 28.05.09, Seite 9

Fünf Jahre Geschichte

 

 

 

Alles auf einen Blick:
Die Breuberg-Bund-Zeitschrift
"Der Odenwald", in der die
Jahrgänge 2004 bis 2008
beleuchtet werden, ist jetzt
erschienen und erhältlich.
FOTO: BREUBERG-BUND
 

BREUBERG. Mit dem Abschluss des 55. Jahrganges der Zeitschrift „Der Odenwald“ hat der Breuberg-Bund jetzt das Inhaltsverzeichnis für die Periode von 2004 bis 2008 vorgelegt. Auf dem Deckblatt des Verzeichnisses spiegeln die zwanzig abwechslungsreichen Titelbilder den interessanten Inhalt der jüngsten fünf Jahrgänge der seit 1953 herausgegebenen Vierteljahreszeitschrift wider. 

Die Titelbilder der einzelnen Ausgaben reichen von einer Goldmünze Karls des Großen und der Abbildung der Räuberbande des berüchtigten Odenwälder Hauptmannes Hölzerlips bis hin zu einer seltenen Lithographie der Neckarsteinacher Burgen. In dieser bunten Vielfalt verweisen sie auf die entsprechenden Beiträge in den einzelnen Heften der Zeitschrift. Aufgeführt werden im Verzeichnis sämtliche Aufsätze und Kurzbeiträge zur Geschichte, Kultur, Volks- und Landeskunde des Odenwaldes, Serien über den Odenwald in historischen Fotografien oder in alten Ansichten, Lesefunde sowie Hinweise auf neue Veröffentlichungen über den gesamten Odenwaldraum und Tagungen beschließen die einzelnen Ausgaben. 

Interessenten erhalten dieses Inhaltsverzeichnis kostenlos. Die Anschrift: Geschäftsstelle des Breuberg-Bundes, Ernst-Ludwig-Straße 2 bis 4, 64747 Breuberg oder im Internet unter www.breuberg-bund.de, wo auch weitere Informationen zu erhalten sind.

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Odenwälder Echo, 08.04.09, Seite 14

"Ein Schreier für die Revolutions-Landtage"
Heimatgeschichte: Breuberg-Bund legt neue Ausgabe seiner Zeitschrift „Der Odenwald“ vor

ODENWALDKREIS. Die Darmstädter Revolutions-Landtage von 1849/50, Schloss und Dorf Ernsthofen im Jahr 1750, unbekannte Briefe Melanchthons: Mit der ersten Ausgabe des 56. Jahrgangs seiner Vierteljahreszeitschrift „Der Odenwald“ bietet der Breuberg-Bund ein Themenspektrum nicht nur für Heimatforscher.
 

„Die Wahlen zu den beiden Darmstädter Revolutions-Landtagen 1849/50 im Wahlbezirk König – Einer der beschränktesten Demokraten und unsinnigsten Schreier des Bezirks repräsentiert die Odenwälder Wähler“, lautet der Titel eines Beitrags von Lothar Lammer, in dem er sich besonders mit den Odenwälder Kandidaten für jene zwei Landtage beschäftigt.
 

Gernot Scior widmet sich dem Thema „Johann Georg Stockmar: Ansicht von Schloss und Dorf Ernsthofen in der Jagdbildergalerie im Jagdschloss Kranichstein“. Im Beitrag von Hans Dörr geht es um den „Schriftwechsel zwischen Philipp Melanchthon und Graf Philipp IV. von Hanau-Lichtenberg“. Heinz Reitz berichtet über den „Lumpen-Stampftrog des Papiermachers Ludwig Wendel Illig im Vergleich mit anderen hessischen Exemplaren“, und Winfried Wackerfuß schreibt über „Die Errichtung eines Steinkreuzes, 20 heilige Messen in Kirchen des Breuberger Landes, die Stiftung von 40 Wachskerzen und die finanzielle Entschädigung der Angehörigen – Sühneleistung für einen Erschlagenen vor 500 Jahren“. Der Beitrag von Virto-Christian Rothfuss beschäftigt sich dagegen mit einem „Inschriftenfragment des 12. Jahrhunderts – Der Grabstein des Gottfried von Schönau?“ 
 

Den Abschluss bilden ein Kurzbeitrag zum Hausierhandel im Großherzogtum Hessen, Buchhinweise auf neue Odenwaldliteratur sowie Hinweise auf Tagungen und Vortragsveranstaltungen des Breuberg-Bundes.

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